NEUES

Donnerstag, 03.09.2020

Statement zum Saisonstart


Die Spielzeit 2020/2021 wird am Sonntag, den 13.09.2020, für unseren 1. FC Magdeburg mit einem Heimspiel im Pokal gegen den SV Darmstadt 98 beginnen. Viel wird derzeit diskutiert und spekuliert, ob, und wenn ja, in welcher Anzahl Zuschauer bei Heimspielen des 1. FC Magdeburg auf den Rängen des Heinz-Krügel-Stadions anwesend sein können. Wir wollen uns an dieser Stelle vor dem Saisonstart positionieren.


Fanausschuss und organisierter Fanblock

Am 06.08.2020 hat der 1. FC Magdeburg, vertreten durch Mario Kallnik und Matthias Kahl, im Rahmen des Fanausschusses ein vorläufiges Hygienekonzept für die Heimspiele im Heinz-Krügel-Stadion präsentiert. Dieses Konzept sah unter anderem eine Einbeziehung der Stehplätze auf der Nordtribüne sowie eine angepasste Kapazität für Gästefans vor. Das vorgestellte Konzept wurde auch von Block U als zeitgemäß anerkannt. Ausdrücklich möchten wir an dieser Stelle den Verantwortlichen beim Club einen vernünftigen und fanfreundlichen Umgang mit der aktuellen und eben auch sehr schwierigen Situation bescheinigen. Dass die Saison zunächst ohne Stehplätze und Gästefans starten wird, eben auch weil hier die Landespolitik und das Gesundheitsamt noch ein Wörtchen mitzureden haben, machen wir dem 1. FCM nicht zum Vorwurf.

Wir werden jedoch aufgrund der Umstände, welche wir, da wir keine Gesundheitsexperten sind, in ihrer Notwendigkeit nicht einschätzen und bewerten wollen, bis auf weiteres keinen organisierten Fanblock stellen. Trotzdem wollen wir alle Clubfans dazu ermutigen die Heimspiele im Heinz-Krügel-Stadion zu besuchen und so zur wirtschaftlichen Stabilität des 1. FCM beizutragen. Allen Clubfans sollte es aber auch wertungsfrei zugestanden werden von einem Stadionbesuch abzusehen.

Wir wollen jedoch ausdrücklich daran appellieren, dass jeder Clubfan der sich bewusst für den Stadionbesuch entscheidet, eine Verantwortung gegenüber der gesamten Fanszene trägt, was hoffentlich schnellstmögliche weitere Lockerungen angeht.


Heimspiel gegen den Halleschen FC

Unabhängig von der aktuellen Ausnahmesituation wird Block U das Heimspiel zum Saisonstart gegen den Halleschen FC nicht besuchen.


Ausblick

Die pandemische Lage ist schnelllebig und unvorhersehbar. Entsprechend werden auch wir unsere Positionierung in regelmäßigen Abständen und angepasst an die aktuellen Begebenheiten neu bewerten. Ab wann und in welcher Form das Fangeschehen auf den Rängen im Block U wieder koordiniert stattfinden wird, ist derzeit beim besten Willen nicht abzuschätzen.

Wir fordern aber schon heute die Politik, die Verbände und selbstverständlich auch die Vereine dazu auf, die Reglementierungen für Fußballfans, sobald es die Umstände zulassen, fallen zu lassen. Wir werden Kapazitätsbeschränkungen, Gästefanverbote und die grundsätzliche Personalisierung von Eintrittskarten nicht länger als zwingend notwendig akzeptieren.

Block U – 1. FC Magdeburg im September 2020


Sonntag, 26.07.2020

Football belongs to the people

Football belongs to the people

Since a few weeks our sport has changed like never before in such a short period of time. Due to COVID-19 outbreaks in many countries all competitions were stopped, some even cancelled. Right now, football is mostly played behind closed doors or with serious regulations for a small amount of spectators. Officials and businessmen are proud of themselves for saving the sport and making football a TV-Show. What they saved is their business, nothing more. What’s still in danger is our way of living and loving football, dedicating ourselves to the clubs we follow and the emotions we bring to the stands. We insist in being a part of this sport. A part which you can’t leave out or reduce to a simple sound option or animated fan choreographies during the next Pay TV broadcast.


Fußball gehört den Menschen

Seit ein paar Wochen hat sich unser Sport in einer kurzen Zeitspanne verändert wie nie zuvor. Aufgrund des Ausbruchs von COVID-19 in vielen Ländern wurden alle Wettbewerbe gestoppt, manche gar abgebrochen. Im Moment wird Fußball meist hinter verschlossenen Toren oder vor stark begrenzten Zuschauerkontingenten gespielt. Offizielle und Business-Vertreter rühmen sich dafür, den Fußball mit Hilfe einer TV-Veranstaltung gerettet zu haben. Das Einzige, was sie damit gerettet haben, ist ihr Business. Weiterhin gefährdet bleibt die Art und Weise, wie wir den Fußball leben und lieben: Unsere Leben unseren Vereinen zu widmen und unsere Emotionen auf die Ränge der Stadien zu bringen. Wir bestehen weiterhin darauf, ein Teil dieses Sports zu sein. Ein Teil, der nicht ausgespart und auf eine einfache Sound-Option oder animierte Fan-Choreographie während der nächsten Pay-TV Übertragung reduziert werden kann.

Mittwoch, 15.07.2020

Graffitis machen grauen Wände lebendig

Die Kunstbanausen des 1. FC Magdeburg waren in den vergangenen Monaten und Jahren sehr fleißig. Deshalb haben wir unsere Graffiti Galerie um einen kleinen Teil erweitert.


>>> weitere Impressionen in der Galerie

Donnerstag, 11.06.2020

AUFRUF ZUM VERZICHT AUF DIE RÜCKERSTATTUNG VON TAGES- UND DAUERKARTEN

Seitdem uns die Situation rund um das Coronavirus in Magdeburg viel mehr und intensiver beschäftigt, als wir uns das alle jemals hätten träumen lassen, ist sowohl in der Gesellschaft als auch im Fußball einiges passiert.

Der Fußball hätte nachhaltig verändert werden können, doch außer bloßer Lippenbekenntnisse aus der Beletage des deutschen Fußballs ist von dieser einmaligen Möglichkeit leider nicht viel übrig geblieben. Während sich viele Fußballfans gegen ein „weiter so“ positionierten, werden anderswo bereits wieder wahnwitzige Millionenbeträge für Spielertransfers verhandelt und diskutiert.

Wie befürchtet, ist nun auch der Spielbetrieb in der 3. Liga wieder aufgenommen worden. Unserem Club droht ein beachtliches Minus und somit ein dramatischer Finanzverlust. Das Ergebnis des soliden und nachhaltigen Wirtschaftens der vergangenen Jahre ist ernsthaft bedroht. Ihr habt das Ganze sicherlich in den Medien verfolgt.

In den kommenden Tagen wird der 1. FC Magdeburg über die Modalitäten zur Rückerstattung für erworbene Dauer- und Tageskarten informieren. Viele Clubfans werden auf die Gelder aus den Rückerstattungen angewiesen sein, weil auch an ihnen die Krise nicht spurlos vorüber geht oder das Geld einfach sowieso nicht ganz so locker sitzt. Jeder hat dafür Verständnis!

Wir wollen mit diesem Aufruf aber dennoch an all jene Clubfans appellieren, die aufgrund geringerer finanzieller Zwänge nicht auf die Rückerstattung für Tages- oder Dauerkarten angewiesen sind.

Bitte überlegt im Sinne des 1. FC Magdeburg, auf die Rückerstattungsmöglichkeiten zu verzichten. Helft auf diesem Weg mit, die finanziellen Auswirkungen der Krise für unseren Club so gering wie möglich ausfallen zu lassen. Der 1. FC Magdeburg hat aus seinen Fehlern der Vergangenheit gelernt, wirtschaftet solide und nachhaltig. Gemeinsam können wir dem 1. FC Magdeburg helfen, diesen Weg weiter zu gehen.

Nochmals danken wir Euch auch mit Blick auf die Rotterdam-Aktion für das große Verständnis und euer Engagement. Die finale Abrechnung erfolgt Anfang Juli nach Saisonabschluss. Hierüber werden wir Euch natürlich informieren. Es war eine großartige Aktion für unseren Verein.

FanRat e.V. & Block U 1. FC Magdeburg


Mittwoch, 10.06.2020

AUFWACHEN UND HANDELN



Donnerstag, 28.05.2020

In der Krise beweist sich der Charakter


Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.


Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.

Veränderungen

„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.

Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

1. Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder

Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

2. Rücklagen

Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese - ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

3. Gehalts- und Transferobergrenzen

Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

4. Einfluss durch Berater beschränken

Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.

Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.

Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.

Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!

Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

5. Kader begrenzen

Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauern. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.

Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.

Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

Freitag, 15.05.2020

Offener Brief des 1. FC Magdeburg

An dieser Stelle wollen wir den Brief des 1. FC Magdeburg dokumentieren und unterstützen.

Sehr geehrter Herr Dr. Koch,

im Anschluss an die gestrige Konferenz mit den Regional- und Landesverbandspräsidenten werden Sie in der vom DFB veröffentlichten Pressemeldung unter anderem wie folgt zitiert: „Ein Teil der Vereine der 3. Liga spielt seit Wochen ein für den Fußball in Deutschland unwürdiges Schauspiel, bei dem die Landes- und Regionalverbände, die den DFB gemeinsam mit der DFL bilden, nur Zuschauer sind. Dies ist unerträglich und nicht länger hinzunehmen. All jene, die vehement den Saisonabbruch fordern, müssen endlich Antworten liefern, was ihre konkreten Alternativen sind und ob sie bereit sind, die Verantwortung für die gravierenden wirtschaftlichen und strukturellen Folgen zu übernehmen [...].“ Für uns, den 1. FC Magdeburg, überschreiten Sie damit die Grenze eines demokratischen und gesellschaftlichen Miteinanders.

Mit Ihren Aussagen stellen Sie, unter anderem den 1. FC Magdeburg, neben vielen anderen Vereinen öffentlich in eine Ecke, in die wir nachweislich nicht gehören. In Kenntnis der Tatsache, dass die geltende behördliche Verfügung in Sachsen-Anhalt wie auch in anderen Bundesländern bis einschließlich zum 27.05.2020 keinen Wettkampfbetrieb ermöglicht, stellen Sie uns als Schauspieler dar. Weiterhin sprechen Sie uns dabei die Rolle zu, hier seit Wochen ein unwürdiges Schauspiel zu Lasten des deutschen Fußballs zu betreiben. Vereine, welche sich an geltende Gesetze und Verfügungen unseres Landes halten und diese im Sinne der Gesundheit Ihrer zahlreichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorschriftsmäßig umsetzen, als problemorientiert Denkende oder für Probleme sorgende Vereine darzustellen, sorgt für großes Unverständnis und lässt uns fassungslos zurück.

Es ist festzuhalten, sehr geehrter Herr Dr. Koch, dass es grundsätzlich in der Verantwortung des DFB selbst liegt, entsprechende Lösungen für einen potentiellen krisenbedingten Abbruch der Saison transparent aufzuzeigen. Bis auf eine zwingende Aussetzung der Spiele, um Regressansprüche des Verbandes zu vermeiden, wurden bisher keine anderweitigen Lösungswege vom DFB Präsidium selbst aufgezeigt und ernsthaft diskutiert. Der Verband, als verantwortlicher Träger der 3. Liga, sollte auf das Szenario Saisonabbruch ohnehin vorbereitet sein. Wenn aufgrund plötzlicher Neuinfektionen nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs ein Abbruch der Saison droht, muss bereits jetzt feststehen, wie dann zu verfahren ist. Oder ist die Fortsetzung der Meisterschaftsspiele für Sie tatsächlich alternativlos? Für diesen Fall müssten Sie sich allerdings fragen, warum in anderen Fußballligen und Sportarten ohne größeres Aufsehen ein Saisonabbruch möglich war und dort bereits jetzt eine neue Saison geplant und vorbereitet werden kann?

Dass der DFB bereits den Re-Starttermin für die 3. Liga für den 26.05.2020 öffentlich publiziert hat, ist eine weitere Bestätigung des unverantwortlichen Handelns gegenüber seinen Vereinen. Wohlwissend, dass die aktuelle behördliche Verfügungslage für Sachsen-Anhalt mit zwei teilnehmenden Drittligisten sowohl ein Mannschaftstraining als auch den Wettkampfbetrieb bis zum 27.05.2020 untersagt, wurde in der DFB Präsidiumssitzung vom 11.05.2020 ein entsprechender Rahmenterminkalender beschlossen. Offensichtlich scheint man sich demnach sehr sicher zu sein, dass man die verantwortlichen Politiker der jeweiligen Bundesländer bis dahin umgestimmt hat. Dieses Handeln widerspricht jeglicher gesellschaftspolitischer Vorbildwirkung und wird der Verantwortung des größten Fußballverbands der Welt nicht gerecht.

Den Vereinen wurde am 13.05.2020 vom Verband mitgeteilt, dass man das medizinische Konzept nun in die geltenden Durchführungsbestimmungen aufgenommen hat und somit bei Nichtumsetzung nun sportrechtliche Konsequenzen den jeweiligen Vereinen drohen. Obwohl Kenntnis darüber besteht, dass viele Vereine in der 3. Liga das umfangreiche Konzept aufgrund weitaus geringerer struktureller und personeller Voraussetzungen gegenüber den DFL-Vereinen zeitnah kaum umsetzen können, werden mittels oberflächlicher öffentlicher Darstellungen jene Vereine stigmatisiert, welche an den Problemen arbeiten.

Wir, der 1. FC Magdeburg, haben am 16.03.2020 der Aussetzung der Saison 2019/2020 bis zum 30.04.2020 zugestimmt unter der Annahme, dass wir danach mit dreiwöchiger Vorbereitungszeit in Form von Mannschaftstraining den Spielbetrieb wiederaufnehmen werden, unabhängig unseres Tabellenstands. Allerdings war aufgrund der pandemischen Entwicklung bereits Mitte April absehbar, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ohne Einhaltung gleicher Wettbewerbsregularien und ohne weitere erheblichen finanziellen Mehraufwendungen bis zum 30.06.2020 nicht möglich ist. Entsprechend haben wir uns mit unserer Auffassung zum weiteren Saisonverlauf gemeinsam mit sieben weiteren Vereinen am 17.04.2020 positioniert.

Wir erwarten von unserem Verband, dass der Ethik-Kodex des DFB auch gelebt wird. Mit Fair-Play, Integrität, Respekt, Vielfalt und Solidarität sollen die Grundlagen des Fußballs gestärkt werden. Gerade jetzt in der Ausnahmesituation der Corona-Krise dürfen wir vom DFB Respekt und Fair-Play erwarten. Die Inhalte des Ethik-Kodex sind wichtige Grundvoraussetzungen für ein gemeinnütziges Handeln, zu dem sich alle Fußballverbände satzungsmäßig verpflichtet haben.


Mit sportlichen Grüßen

Aufsichtsrat 1. FC Magdeburg,
Präsidium 1. FC Magdeburg e.V.,
Geschäftsführer 1. FC Magdeburg


Samstag, 09.05.2020

EUROPAPOKALSIEGER

Es ist volbracht, wir haben es geschafft! Der große 1. FC Magdeburg ist Europapokalsieger!

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei allen bedanken, die sich an der Spendenaktion "Alle nach Rotterdam" beteiligt haben oder diese, in welcher Form auch immer, unterstützten.

Gemeinsam haben wir rund 180.000€ an Spenden gesammelt. Von dieser Zahl sind jedoch noch die Kosten und Gebühren, beispielsweise für das Spendenkonto, den Kartendruck oder den Versand, abzuziehen.

Da uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht alle Kostenpunkte vollständig vorliegen, müssen wir uns mit der Veröffentlichung einer genauen Spendensumme noch einige Tage gedulden.





Mittwoch, 06.05.2020

Statement zur aktuellen Situation im deutschen Fußball


Das Coronavirus hat die deutsche Sportwelt und insbesondere den Fußball von der Bundesliga bis hin in die tiefsten Niederungen lahm gelegt. Doch während der Amateursport vernünftigerweise ruhen muss und hunderttausende Freizeitfußballer nicht ihrem liebsten Hobby nachgehen dürfen, diskutiert der Profifußball über eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Ligabetriebs.

In dieser Diskussion bezieht die große und vielschichtige Fanszene des 1. FC Magdeburg Stellung und spricht sich dafür aus, den Spielbetrieb im deutschen Profifußball bis auf Weiteres ruhen zu lassen. Mit diesem Statement wollen wir zudem den Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg den Rücken stärken, sich weiterhin gegen eine zeitnahe Wiederaufnahme des Ligabetriebs auszusprechen.

In den folgenden Ausführungen legen wir unsere Beweggründe für diese Forderung dar.

Gesundheitliche Risiken

Dass das Coronavirus auch vor dem deutschen Profifußball keinen Halt macht, haben die jüngsten Ergebnisse der ersten Testreihe in den beiden Bundesligen gezeigt. Wie unbesorgt zudem ein oder vielleicht auch mehrere Spieler mit dem Thema umgehen, hat Salomon Kalou von Hertha BSC auf erschütternde Art und Weise bewiesen. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs birgt trotz eines umfangreichen Hygienekonzeptes mindestens ein Restrisiko, wenn nicht sogar aufgrund menschlichen Versagens ein generelles Risiko, das Coronavirus weiter zu verbreiten. Dass offensichtlich auch die Verantwortlichen von DFB und DFL nicht vollständig von ihrem Hygienekonzept überzeugt sind wird spätestens darin deutlich, dass nach unseren Informationen die Spieler zusätzlich verpflichtet werden sollen einen Haftungsausschluss für den Fall zu unterschreiben, dass sie sich während einer Fußballpartie mit dem Coronavirus infizieren.

Neben dem Ansteckungsrisiko setzen sich die Spieler jedoch auch einem erhöhten Verletzungsrisiko aus. Bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist mit einem engmaschigen Spielrhythmus zu rechnen, welcher, auch bei einer Erhöhung der Wechselmöglichkeiten in einem Spiel, das Risiko für ernsthafte und möglicherweise auch langwierige Verletzungen voraussichtlich erhöht.

Die Gesundheit der Fußballspieler wird von allen Verantwortlichen, die sich für eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Ligabetriebs aussprechen, leichtfertig aufs Spiel gesetzt.


Wirtschaftlicher Aspekt

Die wirtschaftlichen Folgen für den Fußball durch das Coronavirus sind derzeit noch nicht abschätzbar, da niemand wirklich weiß, wie sich die Situation in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird. Für den 1. FC Magdeburg wird sich der finanzielle Schaden bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der dritten Liga nach ersten Schätzungen auf mindestens 740.000€ belaufen. Viele Vereine in der dritten Liga sind von den verlässlichen Zuschauereinnahmen an den Heimspieltagen abhängig und können grundsätzlich nicht auf die überdimensionierten Fernsehgelder zurückgreifen, wie dies zum Teil in den beiden Bundesligen der Fall ist.

Überhaupt ist die Frage aufzuwerfen, wie es sein kann, dass zahlreiche Fußballclubs in den beiden Bundesligen auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs drängen, um dem finanziellen Kollaps zu entgehen. Offensichtlich ist das System Profifußball als Ganzes trotz voller Stadien und Abermillionen schwerer Fußballclubs kaum nachhaltig und höchst unsolidarisch.

Kurzum: der Profifußball ist schon lange schwer krank und er widert uns als Fußballfans an. Statt weiterhin die Augen vor horrenden Spielergehältern, astronomischen Ablösesummen und unsozialen Pay-TV-Verträgen zu verschließen, sollte der deutsche Fußball die Zeit des Stillstands nutzen und die Themen Nachhaltigkeit, Solidarität, Sozialität und freie Zugänglichkeit für jeden Fußballfan konzeptionell aufgreifen.


Sportliche Situation

Bedingt durch die unterschiedlichen Voraussetzungen an den jeweiligen Standorten in der dritten Liga oder aufgrund von Sondergenehmigungen befinden sich zum Teil seit Wochen bereits mehrere Mannschaften wieder im (fast) regulären Trainingsbetrieb, während beispielsweise unser 1. FC Magdeburg aufgrund der in Sachsen-Anhalt geltenden Eindämmungsverordnung auch weiterhin den Trainingsbetrieb vernünftigerweise nicht aufnehmen kann. Denn was für den Amateurfußballer und Breitensportler gilt, hat unserer Ansicht nach auch für einen Drittligafußballer zu gelten. Das Infektionsrisiko ist schließlich das gleiche, unabhängig davon ob der Sport als Hobby oder Hauptberuf ausgeübt wird.

Eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Ligabetriebs in der dritten Liga sorgt aufgrund der ungleichen Ausgangsbedingungen für einen verzerrten Wettbewerb. Ein verzerrter Wettbewerb wiederum ist weder im Sinne der Fans, noch im Sinne des Sports.

Fußballclubs und Verbände sind gefragt, um eine solidarische und für alle Beteiligten annehmbare Lösung zu finden. Orientierung könnten die Modelle der Deutschen Handball Liga oder der Deutschen Eishockey Liga bieten, in welchen der Ligabetrieb bereits abgebrochen worden ist.


Testressourcen

Während landauf landab Millionen von Arbeitnehmern, die den täglichen Kontakt zu Mitmenschen beispielsweise im Gesundheits- und Pflegesektor, aber auch in vielen anderen Bereichen, nicht vermeiden können auf die sowieso schon viel zu knappen Testressourcen angewiesen sind, kann eine kleine elitäre Gruppe im deutschen Profifußball fernab der gesellschaftlichen Realität mehrfach durchgetestet werden. Dabei ist es unerheblich, woher die Testkapazitäten kommen, wer sie bezahlt hat und ob sie in der Gesellschaft tatsächlich fehlen oder nicht. Die Botschaft, welche durch diese Vorgehensweise vermittelt wird, spricht ganz klar für sich.

Während DFB-Präsident Fritz Keller, welcher kein Stück besser als seine Vorgänger zu sein scheint, medienwirksam mitteilt, dass der Fußball keine Sonderrolle beansprucht, nimmt der Fußball im gleichen Atemzug ohne mit der Wimper zu zucken diese Sonderrolle wohlwissend ein.


Moralische Bedenken

Wenn die Eindämmungsverordnungen etwas Gutes haben, dann dass sie für alle Menschen gleichermaßen gelten, unabhängig von Einkünften, sozialer Stellung oder anderer Kriterien. Dass sich der Fußball mit aller Macht eine Sonderrolle aneignen und über die bestehenden Beschränkungen hinwegsetzen will, ist moralisch nicht zu vertreten. Es demonstriert aber in eindrucksvoller Art und Weise, wie sehr sich der Profifußball bereits von der Basis des Sports und der Anhängerschaft, ja eigentlich von der gesamten Gesellschaft, entfernt hat.

Sobald jedoch die heilige Blase des Profifußballs angestochen wird, stellen sich hochrangige Verbands- und Vereinsfunktionäre höchstpersönlich als Moralapostel dar. Natürlich ist es leichter beim Stand von 0:6 einen Ball von A nach B zu schieben und dieses Schauspiel in den Medien als gesellschaftliche Verantwortung zu verkaufen, als nun, wo es wirklich mal hart auf hart kommt, tatsächlich seiner Verantwortung gerecht zu werden. Hier demaskiert sich das Fußball-Business.

Denn was häufig in den Diskussionen vergessen wird: Profifußball hat in unserer Gesellschaft auch eine Vorbildfunktion und diese wird, insbesondere gegenüber fußballbegeisterten Kindern, Hobbyfußballern und Breitensportlern, bei einer schnellstmöglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebs in keiner Weise ausgeübt.

Moralisch bedenklich ist es außerdem in diesen Zeiten gesellschaftliche Veranstaltungen zu organisieren, die zwar im Stadion keine Zuschauerströme zulassen, aber aufgrund ihrer Strahlkraft das Potenzial haben (weitab) außerhalb der Fußballstadien für Zusammenkünfte von Menschen zu sorgen. Dabei teilen wir jedoch ausdrücklich nicht die Meinung der Gewerkschaft der Polizei, welche Massenaufläufe vor den Stadiontoren erwartet. Das können wir für den Standort Magdeburg unter den aktuellen Bedingungen zumindest in organisierter Form ausschließen und halten es auch in unorganisierter Form für unwahrscheinlich.


Resümee

Der Profifußball, so weit entfernt von der Basis und der Anhängerschaft wie nie zuvor, zeigt in diesen Tagen sein wahres Gesicht. Die Gesundheit der Spieler, ein verzerrter Wettbewerb, das unnötige Ausreizen von knappen Testressourcen, die Vorbildfunktion – all diese Punkte sind nur Nebensache, wenn es in Wirklichkeit nicht um den Fußballsport geht, sondern ausschließlich um eine elitäre Sonderrolle und hunderte Millionen von Euro.

Sollte es tatsächlich, allen Argumenten zum Trotz, zeitnah zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs kommen, so darf sich der Profifußball nicht wundern, dass die sowieso schon ausgeprägten Entfremdungstendenzen zur Basis des Fußballsports und den Fanszenen weiter zunehmen werden. Ein Profifußball, der sich ausschließlich aus seinem Eigeninteresse heraus nicht an die Seite der Gesellschaft, sondern über sie stellt, wird nicht nur seiner sozialen Verantwortung nicht gerecht, sondern er produziert mehr denn je Fußballfans, die sich gegen diese widerlichen Auswüchse zur Wehr setzen werden.

Block U - 1. FC Magdeburg im Mai 2020


Montag, 04.05.2020

Spendenaktion „Alle nach Rotterdam“ erfolgreich beendet


Um 23:59 Uhr endete am gestrigen Sonntag nach fast einem Monat die Spendenaktion „Alle nach Rotterdam“ zugunsten des großen 1. FC Magdeburg. Die Resonanz auf die Aktion war überwältigend und Eure Spendenbereitschaft wirklich grandios. Insgesamt werden sich am 08.05.2020 6.426 Clubfans auf den gedanklichen Weg nach Rotterdam begeben und den Europapokal der Pokalsieger ein zweites Mal nach Magdeburg holen! Dafür möchten wir uns bei allen Spendern und Unterstützern wirklich ganz herzlich bedanken!

Der Versand läuft indes weiter auf Hochtouren und wir arbeiten gewissenhaft daran, dass alle Spender in Deutschland, die ihr Geld bereits rechtzeitig überwiesen haben, ihre Karten in der laufenden Woche erhalten werden.

Wie geht es nun weiter?

Zunächst möchten wir alle säumigen Spender bitten, schnellstmöglich ihre Spenden unter Angabe der Bestellnummer auf das Spendenkonto zu überweisen. Die Überweisungsfrist endet am kommenden Donnerstag, den 07.05.2020, um 23:59 Uhr. Alle bis dahin nicht beglichenen Bestellungen werden nach Ablauf der Frist annulliert.

Erst im Anschluss daran können wir eine genaue Kostenbilanz aufstellen und die Gesamtkosten, wie beispielsweise Gebühren oder Druck- und Versandkosten, von der Spendensumme abziehen. Die bereinigte Spendensumme wird dann schnellstmöglich bekannt gegeben und zur Zahlung an den 1. FC Magdeburg e.V. angewiesen.